Bei einem Großmodell wie dem Losi 5T ist die Wahl des Differenzial‑Setups weit mehr als eine technische Entscheidung – sie bestimmt maßgeblich das Fahrverhalten und den Fahrspaß in unterschiedlichen Einsatzbereichen. Das mechanische Torsen‑Sperrdifferenzial, bekannt für seine lineare Reaktion, vorhersehbare Drehmomentverteilung und wartungsfreie Konstruktion, verleiht dem 5T je nach Einbauposition eine völlig eigene Charakteristik. Ob vorne, in der Mitte, hinten oder in Kombination – jede Konfiguration verändert Lenkgefühl, Traktion und Fahrzeugdynamik auf ihre ganz eigene Weise. Im Folgenden zeigen wir, wie sich die verschiedenen Torsen‑Setups fahren und für welche Szenarien sie sich am besten eignen.
Konfiguration 1: Nur Hinterachse mit Torsen (Vorne/Mitte bleiben Serien‑Kegelraddiffs)
Empfohlene Kombination:
- Vorderdiff: Serien‑Kegelraddiff (mittlere oder leichte Ölviskosität)
- Mitteldiff: Serien‑Kegelraddiff (etwas dickeres Öl für stabile Kraftverteilung)
- Hinterdiff: Torsen LSD
Fahrverhalten:
- Sanfterer und traktionsstärkerer Kurvenausgang: Bei unterschiedlicher Seitenhaftung leitet das Torsen mehr Drehmoment an das Rad mit Grip.
- „Intelligenteres“ Heck: Nicht so untersteuernd wie ein dickes Öl, aber auch nicht so nervös wie ein dünnes Öl.
- Bessere Gasdosierung: Besonders bei Halbgas am Kurvenausgang wirkt das Fahrzeug ruhiger und stabiler.
Geeignet für:
- Mittel‑ bis hochgriffige Offroad‑Strecken, künstliche Böden, Spurrillen, Bodenwellen
- Fahrer, die das Heck über das Gas steuern, aber keine Überempfindlichkeit wollen
- Losi 5T für Rennstrecken, Offroad‑Rennen oder Training
Weniger geeignet für: Sehr niedrige Haftung (z. B. loser Sand) + Fahrer, die bewusst übersteuern → Ein stärker gesperrtes Hinterdiff wäre hier sinnvoller.
Konfiguration 2: Nur Mitteldiff mit Torsen (Vorne/Hinten bleiben Serien‑Kegelraddiffs)
Empfohlene Kombination:
- Vorderdiff: Serien‑Kegelraddiff (mittlere Viskosität)
- Mitteldiff: Torsen LSD
- Hinterdiff: Serien‑Kegelraddiff (etwas dickeres Öl zur Heckstabilisierung)
Fahrverhalten:
- Intelligentere Kraftverteilung vorne/hinten: Unter Last geht mehr Drehmoment an die Achse mit Grip.
- Linearere Beschleunigung: Nach Bodenwellen oder Sprüngen weniger plötzliches Durchdrehen.
- Deutlich höhere Gesamtstabilität: Beim 5T als großem 4WD wirkt das Mitteldiff als Hauptverteiler.
Geeignet für:
- Strecken mit wechselnder Haftung, Sprüngen, Spurrillen, Höhenunterschieden
- Langstrecken‑ oder Trainingsbetrieb
- Fahrer, die das Serien‑Setup bereits gut verstehen und das Grundverhalten verbessern wollen
Weniger geeignet für: Fahrer, die stark über die Ölviskosität des Mitteldiffs abstimmen → Das Torsen übernimmt hier viel automatisch.
Konfiguration 3: Mittel‑Torsen + Hinter‑Torsen (Vorderdiff Serie)
Empfohlene Kombination:
- Vorderdiff: Serien‑Kegelraddiff (mittlere Viskosität)
- Mitteldiff: Torsen LSD
- Hinterdiff: Torsen LSD
Fahrverhalten:
- Maximale adaptive Traktion: Dynamische Verteilung vorne/hinten und links/rechts.
- Sehr guter Kurvenausgang und Beschleunigungsstabilität: Besonders in langen oder komplexen Kurven.
- Feinere Rückmeldung: Kleine Gas‑ oder Lenkbewegungen wirken direkter und gleichmäßiger.
Geeignet für:
- Technische Strecken mit vielen Kurven
- Fortgeschrittene Fahrer, die das Serienverhalten gut kennen
- Fahrer, die „stabil schnell“ statt „aggressiv schnell“ bevorzugen
Hinweis: Wer stark gesperrte Diffs gewohnt ist, empfindet das Setup anfangs als weich – die Rundenzeiten sprechen aber meist für sich.
Konfiguration 4: Vorder‑Torsen + Mittel‑Torsen (Hinterdiff Serie)
Empfohlene Kombination:
- Vorderdiff: Torsen LSD
- Mitteldiff: Torsen LSD
- Hinterdiff: Serien‑Kegelraddiff (etwas dickeres Öl
Fahrverhalten:
- Stabileres Einlenken und mehr Vorderachs‑Grip am Kurvenausgang: Weniger Untersteuern.
- Intelligente Verteilung vorne/hinten: Das Fahrzeug „beißt“ besser, ohne plötzlich zu sperren.
- Ideal für präzise Linienwahl und sauberes Fahren.
Geeignet für:
- Hochgriffige Strecken (Kunstrasen, Teppich, Hardpack, Zuckerbelag)
- Fahrer mit sanfter Gasannahme
Weniger geeignet für: Niedrige Haftung, wo das Heck aktiv arbeiten muss
Konfiguration 5: Alle drei Diffs mit Torsen (Vorne/Mitte/Hinten Typ‑B)
Empfohlene Kombination:
- Vorderdiff: Torsen LSD
- Mitteldiff: Torsen LSD
- Hinterdiff: Torsen LSD
Fahrverhalten:
- Vollständig adaptive Kraftverteilung: Optimiert permanent Traktion in alle Richtungen.
- Sehr weiches, lineares Fahrgefühl: Keine plötzlichen Sperrmomente.
- Höchste Anforderungen an den Fahrer: Präzise Gas‑ und Linienführung werden belohnt
Geeignet für:
- Fahrer, die Torsen‑Verhalten bereits gut kennen
- Hochklassige Rennen oder Langstreckenbetrieb
- Fokus auf Reifenhaltbarkeit, Stabilität und konstant schnelle Runden
Nicht als erste Modifikation empfohlen: Drei gleichzeitige Änderungen erschweren die Analyse des Fahrzeugverhaltens.
Praktische Empfehlung: Mit welchem Setup sollte man beginnen?
Fahrer können je nach Fahrstil und Erfahrung die passende Konfiguration wählen.
Einsteiger‑ / Erlebnis‑Paket: Nur Hinteres Torsen‑Differenzial
- Bessere Traktion am Kurvenausgang und ein stabileres Heck
- Sehr leicht zu fahren; kaum Anpassung des Fahrstils nötig
Fortgeschrittenes / Performance‑Paket: Nur Mittleres Torsen‑Differenzial
- Intelligentere Kraftverteilung vorne/hinten und stabilere Beschleunigung
- Ideal für häufige Streckenfahrten und Langzeit‑Training
Profi‑ / Renn‑Paket: Mittel‑ + Hinteres Torsen‑Differenzial
- Optimale Kombination aus Traktion, Stabilität und Reifenhaltbarkeit
- Geeignet für Fahrer, die konstante Rundenzeiten und Langzeit‑Performance anstreben
Flaggschiff‑ / Komplett‑Paket: Alle drei Torsen‑Differenziale
- Maximale intelligente Drehmomentverteilung im gesamten Antriebsstrang
- Für erfahrene Torsen‑Fahrer und ambitionierte Piloten, die absolute Kontrolle suchen



